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Rezepte

Bier ist das deutsche Volksgeträ,nk, doch wer glaubt, die Deutschen oder ihre Vorfahren hätten das Bier erfunden, irrt.
Die Geschichte des Biertrinkens ist so alt wie das Gedächtnis der Menschheit.
Schon Sumerer, Babylonier und Ägypter kannten Bier, entwickelten Rezepte für spezielle Biersorten und verstanden dabei keinen Spaß.
Lange vor dem Reinheitsgebot drohte König Hammurabi (1728-1686 v. Chr.) seinen Untertanen für Bierpanscherei drakonische Strafen an:
Sie werden in ihren Fässern ertränkt oder solange mit Bier vollgegossen, bis sie ersticken.?
Auch im alten Ägypten galt Bier nicht nur als Grundnahrungs-, sondern auch als Zahlungsmittel und Grundrecht - Soldaten erhielten ihren Sold teilweise in Bier und selbst Sklaven hatten das Anrecht auf zwei Krüge Bier pro Tag.
Wo genau das Bier zuerst erfunden wurde lässt sich heute nicht mehr belegen.
Bierbrauereien sind in allen traditionellen Gesellschaften unabhängig voneinander entstanden.
Das Bier der Antike war eng mit der Kunst des Brotbackens verbunden. Fladenbrot wurde in Wasser eingeweicht und zusammen mit diversen Zusätzen, wie Datteln, vergärt.
Die Kunst des Bierbrauens und das Verfeinern der Rezepte erfolgte früh: Die Mälzerei, das Ankeimen des Getreides, zum Beispiel, wurde um 2000 v. Christus von den Ägyptern erfunden.
Dabei wird das Getreide im Wasser zum Quellen und durch Wärme zum Keimen gebracht. Bei diesem Prozess bildet die Pflanze Enzyme,
die Stärke in Zucker umwandeln. Ist dies geschehen, wird der Keimungsprozess gestoppt und das Getreide getrocknet.
Es entsteht Getreidemalz, das süßlich schmeckt und eine besonders Zuckerreiche Würze liefert.
Auch die Römer kannten Bier, gehobenere Schichten bevorzugten jedoch Wein. Biergenuss galt als Eigenschaft barbarischer Völker und als Zeichen ungezügelter Trunkenheit.
Barbarisch, wie die Germanen, die für ihre Zechgelage berüchtigt waren. Als Getränk haben die Germanen ein schauerliches Gebräu aus Gerste oder Weizen gegoren!?,
schrieb der römische Geschichtsschreiber Tacitus (ca. 55 bis 115 n.Chr.) schaudernd und empfiehlt:
"Maßlos im Durst, sollte man ihnen genügend zu trinken geben. Dann wäre es ein Leichtes, sie zu besiegen!?
Doch Tacitus irrte. Die Germanen lie?en sich nicht besiegen, doch das germanische Bier setzte seinen Siegszug bis nach Rom fort.
Davon zeugen zahlreiche Gravuren auf römischen Trinkbechern. Bier war so erfolgreich, dass Kaiser Diokletian (284-305) in seinem Preisedikt vom Jahr 301 die Höhe des Bierpreises festlegen ließ. Danach kosteten keltischen Weizenbiere vier, das ägyptische Gerstenbier zwei Denare.